EFFSE

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Präambel

„Die Individualisierung von Erziehung erleichtert auch die Individualisierung von Bildung“ W. Klawe

Das Europäische Forum für Soziale Bildung (EFFSE) verpflichtet sich zur Umsetzung einer individualisierten und outputorientierten Form von Bildung.

Die real existierenden Strukturen der schulischen wie auch der gesellschaftlichen Bildung erreichen nicht alle Kinder und Jugendlichen. Diese nehmen ihnen ihr individuelles Recht auf Bildung und verhindern eine echte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Daher setzen wir uns für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein, die von bestehenden formalen wie nicht-formalen Bildungseinrichtungen nicht angemessen erreicht werden.
Soziale Bildung erfordert individuell angepasste Systeme, die ein umfassendes Lernen ermöglichen. Hierbei sind Wissensvermittlung, Persönlichkeitsbildung und emotionale Entwicklung gleichberechtigte Säulen einer integrierten Sozialen Bildung. Der Lernende steht hierbei als handelndes Subjekt im Mittelpunkt des Lernprozesses.

Das Europäische Forum für Soziale Bildung ist der Auffassung, dass Bildung und Lernen einen nicht-formalen, mehrdimensionalen Ansatz benötigt. Nur hierdurch können alle Kinder und Jugendlichen das Subjekt ihres eigenen Lern- und Bildungsprozesses und somit die Lernenden selbst zu Architekten ihrer Bildung werden.
Im Mittelpunkt steht die Umsetzung der Rechte auf Bildung, Erziehung und individueller Entwicklung. Wir verstehen diese als Grundrechte, die wir Kindern und Jugendlichen mit speziellen Förderbedarfen (special needs) zu Teil werden lassen.

Die individuell geplanten und zum Teil im Ausland durchgeführten, nicht-formalen Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche ermöglichen durch ihre Struktur ein höchstes Maß an Selbstbestimmung und Partizipation. Sie vermitteln zwischenmenschliche Kompetenzen, Problemlösungsstrategien, Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und Selbstmanagement in einer ganz individuell gestalteten, lernförderlichen Umgebung.
Diese Bildungsprozesse werden von verlässlichen Fachkräften begleitet.

Eine so verwirklichte Inklusion ermöglicht es Kindern und Jugendlichen mit speziellen Förderbedarfen entstigmatisierend vorhandene Ressourcen weiterzuentwickeln , ein gesundes Leben zu führen und gesellschaftliche Teilhabe zu erlangen. Soziale Bildung ist somit die notwendige Schlüsselqualifikation mündiger europäischer Bürger.

Bildungspolitische Notwendigkeiten
Für Kinder und Jugendliche mit speziellen Bedürfnissen sind mehrdimensionale Aspekte von Sozialer Bildung unter Berücksichtigung von Ressourcenorientierung und Partizipation ein Regelangebot innerhalb der Europäischen Union. Dies bedeutet, dass alle Mitgliedstaaten dazu aufgefordert sind, ihre Bemühungen zu verstärken, um spezielle Maßnahmen für Kinder und Jugendliche, sowohl als Entsende- als auch als Gastland vorzuhalten.
Die Gestaltung solcher intensiver, sozialpädagogischer Bildungsprozesse und deren Rahmenbedingungen ist ein selbstverständlicher und integrierter Bestandteil nationaler und europäischer Bildungspolitik, um allen Kindern und Jugendlichen eine gesellschaftliche Teilhabe in der Europäischen Union zu ermöglichen.

Begriffsklärung

1. outputorientierte Bildung:

Sie steht der Inputorientierten Bildung gegenüber. Inputsteuerung intendiert, u¨ber zentrale Vorgaben und Ressourcen per se Qualität zu erzeugen, ohne diese ex post systematisch zu erheben. Die Output-Steuerung des Bildungswesens bewertet Lern- und Lehrprozesse von den gewünschten Ergebnissen und Erträgen her.7
Wolfgang Thoring (LJA LWL) verwendet den Begriff im Zusammenhang der Entstehung der kommunalen Bildungslandschaften als Leitbegriff für eine ergebnisorientierte Bildung von Kindern und Jugendlichen: Mehr daran orientieren was beim Schüler herauskommt, als daran wie wir was in das System (Schule) hineinstecken. Die fortlaufende Reformation der Schule und vor allem der reformierten Oberstufe sind langjährige Beispiele für Inputorientierung.

7 Vgl. Sabine Kurz „Outputorientierung als Aspekt von Qualitätssicherung“; www.bibb.de/dokumente/pdf/wd_78_qualitaetssicherung.pdf

Begriffsklärung

2. Formale Bildung:

Alle formal bestehenden Bildungseinrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Hochschulen etc. gehören zur formalen Bildung, welche sich an Curricula und Bildungsabschlüssen orientieren. Diese Einrichtungen sind inputorientiert, da ein Curriculum oder Lehrplan darauf angewiesen ist ohne ansehen des Individuums vergleichbare Lern- (oder Miß-)erfolge zu produzieren

Begriffsklärung

3. Nicht-formale Bildung

bezeichnet das Gegenteil u.a. Sportvereine, offen Jugendeinrichtungen, VHS, (Jugend-) Verbände in denen es nicht vorrangig um das Leistungsprinzip geht. Bsp Pfadfinder mit dem von BP entwickelten Ansatz learning by doing.

Begriffsklärung

4. Inklusion

Der Begriff der Inklusion entstand am Anfang der 90er Jahre, wobei die Internationale Konferenz der UNESCO, die 1990 in Thailand stattfand, einen sehr wichtigen Moment darstellte. Im Rahmen dieser Konferenz, die unter dem Motto „Bildung für alle“ stattfand, wurde erstmalig das englische Wort Inklusion statt Integration benutzt.

Begriffsklärung

5. Special needs

Begriff aus der Behindertenarbeit in Abgrenzung zu handicap (körper- Behinderung), disability (Leistungsminderung) oder impairment (Schädigung) summiert special needs alle Menschen mit darüber hinaus gehendem Förderbedarf (schulisch und außerschulisch). Somit können alle Symptome die zu einer individualpädagogischen Maßnahme führen m.E. als Ausdruck eines besonderen Förderbedarfs gesehen werden